Stirbt sich aus

Schon mal in einen Komposthaufen geguckt? Da sieht man sofort Dutzende von Tierarten und nimmt man ein Mikroskop zur Hilfe, kommen weitere Zehntausende von Pilzen, Einzellern, Würmern, Bakterien zum Vorschein. Der Boden lebt. Fährt man ein paar Mal mit tonnenschweren Landmaschinen darüber hinweg, ist es aus mit der Vielfalt. Unwiederbringlich aus. Und wer ganz sicher gehen will, schüttet noch ordentlich Gülle darauf. Das klappt auch sehr erfolgreich, wenn man mit Schleppnetzen fischt. Irgendwann gibt es nichts mehr zu fischen als die selbst mal ins Meer geworfenen Plastiknetze. Völlig mühelos wird es, wenn man Tausende von Quadratkilometer Urwald abbrennt und Monokulturen pflanzt. Wo vorher noch Myriaden von Tieren, Pflanzen, Pilzen und Bakterien ihr faszinierendes Stelldichein gaben, ödet nur noch Soja, Mais oder Gras – und das auch nicht übertrieben lange. 130 Arten sterben mittlerweile – täglich – aus. Und weil jedes Lebewesen von anderen abhängig ist, geht das immer schneller, bis nichts Aussterbbares mehr da ist. Macht nichts! So lange das Internet und der Drive-in-Laden noch funktioniert.

Mixed Media aus vornehmlich Aquarell, ein bisschen Gouache und noch weniger Pastell.
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