Typologie der Hässlichkeit

Es braucht nicht viel, um zu ahnen, wer heutzutage damit gemeint sein könnte:
„Diese Menschen gehörten zu jener Bastardklasse, die aus gemeinen Emporkömmlingen und gesunkenen intelligenten Leuten gemischt ist. Sie liegt zwischen dem Mittelstand und der unteren Klasse und vereinigt mehrere Mängel der zweiten mit fast allen Lastern der ersten. Dabei entbehrt sie sowohl des großgesinnten Schwungs des Arbeiters wie der ordentlichen Rechtschaffenheit der Bürger. Sie zählten den verzwerkten Naturen zu, die, wenn irgendein düsteres Feuer sie erhitzt, leicht ungeheuerlich werden. In der Frau war der Stoff zu einem Tier, in dem Mann der eines Halunken. Beide waren im höchsten Grad für den abstoßenden Fortschritt in Richtung des Bösen empfänglich. Es gibt Krebsseelen, die unausgesetzt in die Finsternis entweichen, die im Leben nicht vorwärtsgehen, sondern zurück, die ihre Erfahrung aufwenden, um ihre Hässlichkeit noch zu steigern, die sich unaufhörlich verschlimmern und deren Farbe schwärzer und brauner wird.“
nach Victor Hugo, Les miserables

(c) Andreas ErberGemalt hinter der Münchner Glyptothek mit Zeichentusche von Sennelier (Indigo), Fineliner und Copic Marker auf Muji-Papier (Blatt etwa 12 x 7 cm). Und übrigens: In die Glyptothek werden es diese schmutzigen Seelen niemals schaffen.

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