Götter und Gammler

Die einen sitzen auf der Decke und lassen sich von der Sonne bestrahlen in aller Herrgottsgelassenheit. Die anderen wuchten Semmelsplitter durch haarige Gelände. Und mir, der ich da so olympisch weit oben und allmächtig groß throne, geht dabei durch den Kopf, dass sich kein Gott, kein Engel, keine Göttin jemals mit Arbeit abgegeben hat. Und ich denke, dass das merkwürdig sei: Einerseits himmeln wir Gestalten an, die nichts tun als existieren – und bauen ihnen sogar gigantische Tempel und Kathedralen. Andererseits verabscheuen wir die Faullenzer, die Müßiggänger, die Flaneure, wir beargwohnen sie als Schmarotzer und kriminalisieren sie. Dabei tun doch beide, Götter und Gammler, haargenau das Gleiche. Nichts!

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