Jahreszeitenfarben

(c) Andreas Erber Der Herbst ist wie ein störrischer Sommer, voller Wärme und freundlichem Licht, die Tage blinzeln durch die nebelweißen Morgen, zart zu Beginn, dann kräftiger und kräftiger, das Gebirg tritt aus dem Fadenscheinigen in die wuchtige Realität, das Konzert der Bienen und Hummeln und Fliegen summt auf, die Luft tut mit und raschelt und haucht, alles wird spürbar, hörbar, riechbar auch, die Farben der Astern blühen ins grelle Rot und grelle Violett, schamlos wie ein Schminkkasten, welcher nicht verdecken, sondern hervorheben soll. Dann später, wenn der Nachmittag schon alt, versilbert sich alles, wird wieder durchscheinend, dann kommt die frühe feuchte Abendkälte und mit ihr ein wenig Grau, ein wenig milderndes Deckweiß, ein wenig Anstand in die satte lebendige grünherrliche Fröhlichkeit. Die Nacht ist da, es friert einem im Bett bei geöffneten Fenstern. Endlich passt das äußerliche Frösteln, das Unruhigsein zum Innern.