Eine Vitrine in Tallinn

(c) Andreas Erber Eine Vitrine, die Fundsachen aus dem Hafenbecken zeigt, ganz unten rostiges Eisenzeug aus dem 11. Jahrhundert, dazwischen viel Porzellan und Steingut, auch Würfel, Schnallen, Broschen, Schuhe, durch die Jahrhunderte das, was die Menschen eben so verlieren an windigen Tagen oder auf schaukelnden Booten oder in unachtsamen Momenten und ganz oben dann Stücke aus der Jetztzeit, eine Brille zu Sowjetzeiten, klobig im Gestell, altes noch fremdes Gerümpel und schließlich als Ausdruck der Globalisierung ein Plastikbecher von Maggi und eine Blechbüchse der Marke Coka-Cola und Flip-Flops, die Krönung, der vorläufig krönende Abschluss der zivilisatorischen Entwicklung.